Gewalt in der Gesellschaft: Nie wieder Krieg?

Nur Geschichtslehrer erinnern sich noch daran, daß nach dem zweiten Weltkrieg einmal die Meinung vorherrschte: "Nie wieder ein deutscher Mann unter Waffen. - Nie wieder ein Angriffskrieg von deutschem Boden aus."

 

Doch von 1949 bis 1956 wurde die sogenannte Wiederbewaffnungsdiskussion zur Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschland geführt. Bundeskanzler Adenauer (CDU) sagte am 4. Dezember 1949 gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa:

 

„In der Öffentlichkeit muss ein für allemal klargestellt werden, dass ich prinzipiell gegen eine Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschland und damit auch gegen die Errichtung einer neuen deutschen Wehrmacht bin.“

 

Später vertrat Adenauer die Ansicht, daß eine deutsche Armee notwendig sei, um die bundesdeutsche Demokratie zu schützen und gegen das "antidemokratische" System der DDR zu verteidigen. Während eine starke innenpolitische Strömung weiterhin gegen jede Wiederbewaffnung war, forderten die Westalliierten eine selbständige Rüstungsanstrengung Deutschlands. Adenauer hat seine ablehnende Haltung zur Wiederbewaffnung Deutschlands aus verschiedenen Gründen letztlich aufgegeben und verhandelte für die damals noch unter Besatzungsrecht stehende Bundesrepublik mit dem Angebot: Wiederbewaffnung gegen Souveränität.

 

Die Wiederbewaffnung erfolgte - wer hätte es auch anders erwartet?

 

 Am 7. Juni 1955 wurde die Wehrverwaltung mit dem System der Kreiswehrersatzämter eingerichtet, am 12. November 1955 wurden die ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr vereidigt. Im Jahre 1957 führte man die allgemeine Wehrpflicht ein. Seit 1990 wird die Bundeswehr zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen (peacebuilding und peacekeeping) außerhalb der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Schließlich haben uns Außenminister Fischer (Grüne) und Bundeskanzler Schröder (SPD) 1998 die Auslandseinsätze der Bundeswehr mit vielen schönen Worten schmackhaft gemacht.

 

Der erste "richtige" Krieg, an dem die deutsche Bundeswehr beteiligt war, war der Kosovokrieg 1999 im Rahmen der Intervention der NATO auf dem Balkan. Die ca. 500 Kampfeinsätze, die die Bundeswehr durchführte ( Aufklärungsflüge und Luftwaffenschläge) erfolgten ohne UN-Mandat und sind daher bis heute verfassungs- und völkerrechtlich umstritten. Inzwischen möchte man uns sogar daran gewöhnt haben, daß der Frieden und die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt werden müsse. Aber wir haben uns nicht daran gewöhnt.

 

Im "Open Reichstag" können wir uns zur Zeit dazu äußern. Das Link zur Abstimmung, ob wir für für oder gegen einen Bundeswehreinsatz in Afghanistan sind, ist hier: http://www.youtube.com/openreichstag Man muß nur noch auf die Register-Karte Afghanistan- Einsatz klicken... dann fragt uns der ZDF-Afghanistan-Korrespondent Uli Gack nach unserer Meinung.

 

Der "Kein-Krieg-Song"

Ein kleiner Beitrag zum Afghanistan Einsatz der deutschen Bundeswehr. Ein bißchen Wahrheit, ein bißchen bittere Satire vom ZDF: