Kata Spezial 2007 in Groß Umstadt

Ein Lehrgangsbericht von unserer "Falschen Dörthe"

 

Der folgende Lehrgangsbericht stammt von unserer "Falschen Dörthe" - ihr richtiger Name ist der Redaktion bekannt ;-)  Ihr wißt ja... sie ist rau aber herzlich. Genießt es also:

 

Seid gegrüßt, liebe Karatekas! Hier nun wieder mal ein aktueller Lehrgangsbericht von mir. Ich habe in dieser Woche (17. bis 20. Mai 2007) dem Kata - Spezial in Groß - Umstadt leider Gottes den Vorzug gegeben, und dafür zwei unserer anständigen und ordentlichen Unterrichtseinheiten bei uns zu Hause im Keiko-kan Dôjô verpaßt. Was heißt nun "leider Gottes"? Unser lieber Andreas-Sensei will's ja so... und ... ich hätte es wissen müssen. Ich brauch mich also nicht zu beschweren.

 

Nun gut. Wie's war? Einige unnötige Schläge und Tritte habe ich an Bein und Kopf seitens orientierungsloser Karatekas hinnehmen müssen, die sie unwissender Weise und völlig absichtslos austeilten, als sie versuchten, irgendwie eine Richtung im Saal zu finden. Und die, dies nur nebenbei, aber mit Bedauern bemerkt, nur wenig Respekt gegenüber den Senseis und in Bezug auf die Einhaltung der allgemeinen Dôjô-Grundetikette bekundeten. Ein Verfall der Sitten, in dem sich der Verfall des Karate dokumentiert. 

 

Ich habe eine neue Kata gelernt. (Die restlichen Katas, die geübt wurden, kannte ich schon.) Ich hatte dadurch zumindest etwas Spaß, trotz meiner schmerzenden Oberschenkel und meinem von Schweiß triefenden Gi.

 

Der Donnerstag begann unter der Leitung eines glänzend aufgelegten Ochi-Sensei mit Tekki Shodan und Heian Godan. Danach ging es weiter mit Aragaki-Sensei, die nicht nur sprachliche Probleme hatte, als sie versuchte, einigen Karatekas ihre Fehler aufzuzeigen. Wenn die nun gewußt hätten, wovon Frau Aragaki redete, wäre das Sprachliche keinerlei Problem gewesen. Naja... aber manche Leute... Aragaki-Sensei jedenfalls schaffte es glänzend, pantomimisch darzustellen, wie die oder die Technik zu sein hat... wie gesagt, man hätte sie verstehen können und müssen, wenn man gewußt hätte, worum es geht. Aragaki-Sensei übte mit uns Heian Sandan und Heian Yondan.

 

Zu guter Letzt beehrte uns am Donnerstag Sensei Toribio Osterkamp, mit äußerst schlechter Laune. Das ganze Training gestaltete er mehr oder weniger brüllend. Er gab sich zurechtweisend und vorwurfsvoll, zum größten Teil sogar berechtigter Weise. Aber dennoch fand ich das nicht allzu prickelnd. Als er bemerkte, daß ich mit Schuhen trainierte, stand er irgendwann neben mir sprach mich mit hochgezogenen Augenbraunen an: "Schuhe?" - Ich wies auf meine nach der kürzlich erdulteten OP gerade ziemlich kaputten Fußsohlen hin und verneigte mich gemäß den Erfordernissen der Etikette. Draufhin lächelte er huldvoll und zog von dannen. Sensei Osterkamp sollte uns Bassai Dai beibringen. Will's mal so sagen: Er hat's versucht. Und schließlich war der erste Tag geschafft.

 

Hier sieht man die Schuhe des Anstoßes und ein Stück von der Autorin noch dazu.

 

Eine Lehrgangsteilnahme am Freitag war mir leider nicht möglich, weil ich in der Klinik, in der ich arbeite, nicht frei nehmen konnte. Für mich ging es also erst am Samstag weiter. Dafür habe ich am Donnerstag anstatt der für mich vorgesehenen zwei Trainingseinheiten drei Trainingseinheiten besucht und am Samstag ebenso, um das Stundendefizit vom Freitag auszugleichen; einen zusätzlichen Beleg-Stempel habe ich dafür allerdings nicht erhalten.

 

Samstag. In diesen Tag starteten wir wieder mit einem freundlichen, witzigen und ziemlich gut aufgelegten Ochi-Sensei. Er machte mit uns Jion und erklärte uns diese Form sehr geduldig, fast schon väterlich. Eine ernsthafte Bereicherung. Weiter ging es dann unter der Anleitung von Aragaki-Sensei.  Abermals war Bassai Dai dran. Diesmal wußten die Karatekas, zumindest die teilnehmenden 5. und 4. Kyûs, was von ihnen verlangt wurde; sie waren ja Tags zuvor schon von Sensei Osterkamp zum Thema geschliffen worden.

 

Den Abschluß machte diesmal Sensei Julian Chees. Er zeigte uns Hangetsu. Das machte er ziemlich gut und trotz der sprachlichen Einschränkungen, denen sein Deutsch unterliegt, für alle gut verständlich. So, mein zweiter Tag bzw. der dritte Lehrgangstag war dann auch geschafft.

 

Sonntag. Zum Abschluß hatten wir abermals Sensei Chees und zu meiner und noch zwei anderer Karatekas Freude stand Tekki Nidan auf dem Programm. Hier möchte ich im übrigen anmerken, das Sensei Chees mit meiner Tekki-Nidan-Darbietung sehr zufrieden war. Wie es dazu kam, erzähl ich Euch ein anderes mal. Gut auftrainiert (oder ziemlich fertig?) kehrte ich heute Nachmittag wieder heim.

 

Du, mein lieber Andreas-Sensei, siehst also: Ich war sehr fleißig und strebsam und bemüht. Aber ganz ehrlich: Ich freue mich auf den Unterricht bei Dir am kommenden Mittwoch und auf meine Mitkaratekas. Da weiß man, was man hat.