Religion in Japan. Ein Link zum besseren Verständnis von Buddhismus und Shintô

Für alle (Karatekas und andere), die sich mit dem kulturellen Umfeld des Karate beschäftigen möchten, ist das interessante Link des Monats Dezember ein echtes Weihnachtsgeschenk. Es führt auf eine Unterseite der Universität Wien zum "Institut für Kultur und Geistesgeschichte Asiens" und dort geradewegs in das Web-Handbuch "Religion in Japan", das der Japanologe Dr. Bernhard Scheid betreut.

 

Keine Angst, diese Seite ist mit Sicherheit nicht wissenschaftlich-verstaubt! Sie ist ganz im Gegenteil  ansprechend gestaltet. Selbst die farbliche Gestaltung des Hintergrundes unter dem Text ist überaus angenehm. Und inhaltlich ist die Seite so gut, interessant und informativ, daß ich ihre Existenz zuerst verheimlichen wollte, weil ich vermute, wer sich in die Seite von Bernhard Scheid reinklickt, kommt nicht mehr zu unserer "Karate-Wiesloch-Seite" oder ins "Keiko-kan Magazin" zurück. Aber es wäre einfach schändlich, wenn ich den Lesern des Keiko-kan Magazins diesen Schatz vorenthalten würde!

 

Im folgenden beschreibe ich in Anlehnung an die verlinkte Seite kurz ihre übersichtlichen und verständlichen Kapitel. Sie sind im übrigen mit zum Teil wirklich bemerkenswertes Bildern illustriert. Die Gliederung und der Aufbau der Seite ist vorbildlich, die Informationsfülle schier unerschöpflich...

 

 

 

Inhaltsüberblick von "Religion in Japan"

Im Kapitel "Grundbegriffe" werden Buddhismus und Shintô anhand ihrer Grundwerte und ihrer wichtigsten geschichtlichen Fakten skizziert. Dieses Kapitel ist eher theoretisch und textintensiv. Wer mehr an optischen Eindrücken interessiert ist, kann als Einstieg auch die beiden folgenden Kapitel wählen:

 

Im Kapitel "Tempel und Schreine" stellt Dr. Bernhard Scheid die Religionen Japans anhand ihrer Bauten dar. Die Darstellung schärft den Blick für die Unterschiede zwischen buddhistischen und shintoistischen Einrichtungen. Außerdem wird das Erscheinungsbild der jeweiligen Priester und Mönche kurz dargestellt.

 

Im Kapitel "Religion im modernen Leben" wird der Frage nachgegangen, wie sich die beiden großen Religionen Japans im Alltagsleben der modernen Japaner abwechseln und ergänzen. Es geht um alltägliche Schrein- und Tempelbesuche, religiöse Feste, Riten für Verstorbene und anderes mehr.

 

Das Kapitel "Ikonographie" bietet eine Einführung in die Welt der religiösen Statuen und Bilder Japans. Wie identifiziert man eine Buddha-Statue? Was ist ein Bodhisattva? Wie sehen Shintô Götter aus? Dieser Fragenkreis ist hier von Bedeutung.

 

Das Kapitel "Mythen und Legenden" vertieft und ergänzt das Kapitel über die Ikonographie. Neben den klassischen Mythen des japanischen Altertums kommen auch verschiedene Geister- und Jenseitsvorstellungen zur Sprache.

 

Das Kapitel "Religionsgeschichte" behandelt die in dem oben beschriebenen Kapitel "Grundbegriffe" angeschnittenen Themen in zeitlicher Reihenfolge. Die Darstellung beginnt mit der Einführung des Buddhismus in Japan im 6. Jh. und reicht bis zum Staatsshintô und den sog. "Neuen Religionen", die im 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind.

  

Das Kapitel "Religiöse Texte" befindet sich derzeit noch im Aufbau. Es soll, wenn es einmal fertig ist, einen Überblick über die wichtigsten Quellentexte des Shintô und des japanischen Buddhismus vermitteln.

 

Reines Understatement ist es, wenn Bernhard Scheid am Ende seiner Übersicht über die Seite "Religion in Japan" anmerkt: "Was auf dieser Website nicht eingehender erwähnt wird, sind einerseits moderne religiöse Minderheiten (z.B. moderne japanische Christen), andererseits ur- und frühgeschichtliche religiöse Entwicklungen, die sich nur aufgrund archäologischer Funde erschließen lassen". - Man hätte sich als Laie darüber gar keine Gedanken gemacht. Wir gratulieren Bernhard Scheid zu seiner Arbeit und uns dazu, daß wir die Seite gefunden haben!

 

Hier nun geht?s über das kurze und nette Intro zur Startseite von "Religion in Japan".