Bartitsu - Selbstverteidigung mit dem Spazierstock

 

Mit Schirm, Charme und Melone - Die Selbstverteidigungskunst englischer Gentlemen

Bartitsu in Aktion.

Wer hat schon einmal etwas von jener exzentrischen Selbstverteidigungskunst des "Bartitsu"  gehört, die englische Gentlemen während weniger Jahre an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhunderts übten? Sie schien fast vergessen, obwohl sie sogar in den Abenteuern von Sherlock Holmes erwähnt wird. Nachdem die kurze Geschichte des Bartitsu bereits 1904 zu Ende zu sein schien, ist diese Kunst inzwischen wieder neu entstanden. Man hat sie seit 2002 nach alten Vorbildern wiederbelebt. Was hat es nun mit dem Bartitsu auf sich?

 

Im März 1899 konnte der Leser des Londoner "Pearson's Magazine" einen Artikel zur Kenntnis nehmen, aus dem hervorging, daß in seiner Stadt derzeit eine neuartige Selbstverteidigungskunst vorgestellt werde. Dem Verfasser dieses Artikels, Herrn Edward William Barton-Wright, der der Begründer der neuen Kampfkunst-Richtung war, ist der Internet-Auftritt gewidmet, auf den unser "Interessantes Link" in diesem Monat verweist.

 

Wie Barton-Wright in einigen seiner zwischen 1899 und 1904 verfaßten Artikel darlegte, hatte er seine neue Kunst, die er "Bartitsu" nannte, hauptsächlich aus einigen koryû (Altschul-Stilen) des JiuJitsu abgeleitet. Nach und nach hat Barton-Wright außerdem verschiedene taktische Elemente und Kampftechniken in sein System integriert, die er dem englischen Boxen, dem französischen Savate sowie einer Stockkampfmethode entnommen hatte, die von einem schweizerischen Waffenmeister namens Pierre Vigny entwickelt worden war. Dergestalt war "Bartitsu" - das Wort setzt sich aus dem Namen "Barton-Wright" und "JiuJitsu" zusammen - wohl die erste Selbstverteidigungsmethode, die aus einer Verbindung asiatischer und europäischer Künste hervorgegangen ist.

 

"Bartitsu" wurde seinerzeit durch publikumswirksame, öffentlich organisierte Herausforderungs-Duelle bekannt gemacht, bei denen Barton-Wright seine japanischen und schweizerischen Meister gegen verschiedene Champions aus anderen Kampfkünsten ins Rennen führte. Mit diesen Aktionen wurde die Mixed-Martial-Arts -Welle der 1990er Jahre gut einhundert Jahre vorweggenommen. Edward William Barton Wright war seiner Zeit tatsächlich voraus.

 

Mehr über Kultur, Geschichte, Hintergrund und Übungspraxis des "Bartitsu" findet man auf der Seite Bartitsu.org. Diese Seite ist es wirklich Wert, daß man sie sich eingehend betrachtet. Sie gehört mit zu den schönsten Kampfkunstseiten, die ich bisher im Web gefunden habe. Viel Spaß damit!